Beschreibung der Hauptstudie
2. Theoretisches Modell
Zitation: Hamminger, Leopold (2020). Hauptstudie "Subjektiver Lernerfolg". Theoretisches Modell. Ebensee: EVVHS.
Korrespondenz an: l.hamminger (at) evvhs.eu
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Basierend auf den Lerntheorien von Holzkamp (siehe bspw. 1993) wurde ein theoretisches Modell der subjektiven Vorstellungen von Lernerfolg entwickelt. Die Annahme ist, dass expansive Lernbegründungen Gegenstandsaufschluss (Weltaufschluss), Verfügungserweiterung oder Erhöhung der Lebensqualität bewirken. Dagegen sollen defensive Lernbegründungen Bedrohungen vermeiden.
Dieses Modell ist vereinfacht konzipiert um eine empirische Überprüfung zu erleichtern. Es beruht auf der Überlegung, dass die persönliche (subjektive) Sichtweise von Lernerfolg vollständig durch die zwei Kategorien von Lerngründen Expansives Lernen und Defensives Lernen gebildet wird. Damit beschränkt sich Lernerfolg auf einen solchen, der auf intentionales Lernen basiert und zieht funktionales Lernen (i.S.v. Siebert, 2012; bei Holzkamp: inzidentelles Lernen bzw. Mitlernen, vgl. 1993, 324f) nicht in Betracht.
Durch die Beschränkung auf intentionales Lernen ist es möglich, in einem späteren Schritt geeignete direkte Handlungsanweisungen zum Lernen zu formulieren. Dies wäre für funktionales Lernen nicht ohne weiteres möglich. Das bedeutet aber nicht, dass die Bedeutung von funktionalem Lernen vernachlässigt werden soll, sondern erklärt nur die Beschränkung in diesem Modell.
Holzkamp gibt den expansiven Lernbegründungen breiten Raum. Aus der Perspektive des obigen Kausalmodells ist Holzkamps Kategorisierung in Gegenstands- (Welt-) Aufschluss, Verfügungserweiterung und Lebensqualität jedoch problematisch. Es ist nicht auszuschließen, dass beispielsweise Verfügungserweiterung direkt, sowie indirekt über Lebensqualität, zur expansiven Lernbegründung beiträgt. Es erschein jedoch sinnvoll, zunächst diese - und andere - Abhängigkeiten empirisch zu überprüfen und deren Ausmaß festzustellen, ehe unterschiedliche Kausalitäten theoretisiert werden.
Aus ähnlichen Gründen der Modellvereinfachung wurde Defensives Lernen nicht weiter kategorisiert. Insbesondere sollte aber der Aspekt des Widerständischen Lernens (s. bspw. Grotlüschen, 2003; Holzer, 2017) nach Vorliegen der empirischen Ergebnisse dieses ersten Modells weiter operationalisiert werden.