Arbeit 4.0 Konzepte
3. laufendes Projekt im Forschungsprogramm Weiterbildungskonzepte -3
Die folgenden Überlegungen greifen einige der obigen Gedanken auf, das Konzept Arbeit wird jedoch in einem größeren Zusammenhang verstanden. Dazu gehört auch ein differenziertes Bild der Vorgängerkonzepte von Arbeit 4.0:
- Arbeit 1.0: Vorindustriell, auf Selbstversorgung ausgerichtet.
- Arbeit 2.0: Erste Phase der Arbeitsteilung und Spezialisierung. Beispiel Produktion: Fließband und Handwerk. Beispiel Administration: Angestellte und Management. Nach Befähigung: un-/angelernt und gelernt; Ausbildung und Studium. Fertigprodukte der Arbeitsleistung sind Mitarbeitern noch zugänglich.
- Arbeit 3.0: Zweite Phase der Arbeitsteilung Spezialisierung. Übergang zu zunehmend spezialisierten Mitarbeitern. Die Fertigprodukte der Arbeitsleistung sind immer weniger oft zugänglich. Beispiele: Herstellung integrierter Schaltungen,
die in unterschiedlichen Endprodukten Verwendung finden, mit unterschiedlichen Qualitätsanforderungen. Programmierung von Algorithmen nach Spezifikationen, die durch vom Programmierer unbekannte Spezialisten erstellt wurden. Konsequenzen der fehlenden
Zugänglichkeit, Produktseite: zunehmende Qualitätsprobleme, besonders bei komplexen Großprojekten, fehlendes Verständnis der Konsumentenanforderungen; Mitarbeiterseite: zunehmende Unzufriedenheit, abnehmende Motivation
bis hin zu psychologischen Störungen. Zunahme prekärer Arbeitsverhältnisse einschließlich Teilzeit- und (schein-)selbständigen Tätigkeiten nach Arbeitgebervorgaben.

Herstellung von Silziumwafern (Quelle: wissen.de)
- Arbeit 4.0 (zukünftig, i.S.v. vorschreibenden Aussagen): Beibehaltung der Spezialisierung bei gleichzeitiger Rückbesinnung auf Einbindung aller Mitarbeiter zur Erreichung der Unternehmensziele. Ausführung spezialisierter Tätigkeiten nach Vorgaben des operativen Controlling bei gleichzeitiger Information aller Mitarbeiter über Vorgaben des strategischen Controlling. Schaffung und Nutzungsmöglichkeit von innerbetrieblichen Kommunikationskanälen hinsichtlich: a) interner operativer und strategischer Ziele sowie deren Erreichung, einschließliche Mitspracherechte auf verschiedenen Ebenen, b) Informationsgewinnung externer Faktoren (Wettbewerb, Umwelt, ..).