Industrie 4.0 Konzepte
1. Industrie 4.0 Konzepte
1.1. Argumentation für eine nicht-technikzentrierte Sichtweise
Argumentation für eine nicht-technikzentrierte Sichtweise
Technikzentrierte Studien sind naheliegend und notwendig. Sie liefern die Grundlagen für Ingenieure und Techniker zur Planung, Implementation und Durchführung neuartiger Produktionsprozesse.
Produktionseinheiten sind jedoch eingebettet in größere organisatorische Einheiten, diese wiederum in Einheiten von Wertschöpfungsketten. Durch komplexe Netzwerke von Mensch, Maschine und Computer ergeben sich makroökonomische und gesellschaftliche Zusammenhänge.
Humanwissenschaftler (beispielsweise aus den Wissensgebieten Betriebswirtschaft, Soziologie, Erziehungswissenschaft) argumentieren für eine nicht-technikzentrierte Sichtweise, mit unterschiedlichen Fragestellungen, darunter:
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Ist ein neuartiger Produktionsprozess alleine dadurch gerechtfertigt, dass er technisch machbar ist?
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Sind technische Aspekte (höhere Geschwindigkeit und Genauigkeit bei gleichbleibenden oder sogar niedrigeren Kosten) alleine ausreichende Kriterien?
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Wie weit sind die betriebswirtschaftlichen Konsequenzen in einem komplexen virtuellen Produktionsnetzwerk, das sich (teilweise) selbst konfigurieren kann, noch überschau- und kontrollierbar?
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Wie ist das Verhältnis eingesetzte Ressourcen zum Output? Welche Ausschusshöhe ist noch gerechtfertigt (nicht nur finanziell), um Genauigkeit oder Geschwindigkeit minimal zu erhöhen?
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Welchen Stellenwert hat die Ressource "Mensch", auch hinsichtlich der sich ständig verändernden Kompetenzanforderungen (evtl. von Produktionsauftrag zu Produktionsauftrag)?
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Wie können die sich ständig verändernden Kompetenzanforderungen in einer möglichst langfristig gültigen Taxonomie von Kompetenzprofilen dargestellt werden?
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In welchen Bildungsbereichen (formal, nichtformal, informal) sollen die unterschiedlichen Kompetenzprofile vermittelt werden, in welcher Form soll die Vermittlung, die Überprüfung und ihre Anerkennung stattfinden?
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Gegeben eine zunehmende Verflechtung von Mensch und den ständig zur Produktion verfügbaren Ressourcen (CPS: Cyber-Physische-Systeme; siehe Dokument Technikzentrierte Konzepte; öffnet im eigenen Fenster), welche Konsequenzen und Anforderungen ergeben sich für den Menschen hinsichtlich seiner Verfügbarkeit?
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Sollen sich CPS (Cyber-Physische-Systeme) über menschliche Entscheidungen hinwegsetzen oder diese aussetzen können? Wie können damit verbundene Verantwortlichkeiten und ethische Richtlinien verankert werden?
Die genannten Fragestellungen sind beispielhaft zu sehen und nicht erschöpfend. Sie sollen den Unterschied zu den Fragestellungen der technikzentrierten Sichtweise veranschaulichen.